• Anforderungsanalyse und Spezifikationen

    • Aufstellen eines schlüssigen Gesamtkonzepts
      Bei der Spezifikation des technisches Systems InREAKT sind alle wesentlichen Endnutzeranforderungen zu beachten und die einzelnen Komponenten optimal aufeinander abzustimmen. Dazu zählt, dass das System möglichst universell zu gestalten ist und es weitestgehend auf bereits vorhandenen Komponenten aufsetzt, um spätere Anschaffungskosten so gering wie möglich zu halten.

    • Verantwortbare Systemarchitektur und Systemspezifikation
      Konzepte zur methodischen Erarbeitung einer Systemarchitektur und Spezifikation unter Berücksichtigung von Aspekten des Persönlichkeitsschutzes (Privacy by Design) und technischer Komponenten.

    Rechtswissenschaftliche und psychologische Aspekte

    • Sicherheitsempfinden von Fahrgästen im ÖPNV
      Das Sicherheitsempfinden von Fahrgästen im ÖPNV wird bisher mit Hilfe von Befragungen erfasst. Erstmals sollen diese Selbstberichte durch Blickbewegungsstudien ergänzt werden. Die Analyse dieser Daten soll helfen, konkrete Ursachen für Unsicherheitsgefühle sichtbar zu machen.

    • Klassifizierung verschiedener Akzeptanzformen
      Bei der Durchführung von Akzeptanzanalysen bei verschiedenen Nutzergruppen soll nicht nur die Zustimmung bzw. Ablehnung erfasst werden, sondern zusätzlich eine Klassifizierung verschiedener Akzeptanzformen aufgestellt werden. Dadurch wird ein differenzierteres Meinungsbild erfasst.

    • Objektivierbarkeit und Aussagekraft von Akzeptanzbefragungen
      Mit experimentellen Methoden wird außerdem die Objektivierbarkeit und Aussagekraft von Akzeptanzbefragungen überprüft. Neben bereits vorhandenem Wissen zu Verzerrungen durch die Art der Durchführung sollen Befunde aus der Construal Level Theory auf die Befragungsforschung übertragen werden.

    • Informationsmenge und Darstellung an Mensch-Maschine-Schnittstellen
      Für die Optimierung der Informationsmenge und deren Darstellung an einzelnen Mensch-Maschine-Schnittstellen (Benutzeroberflächen in der Leitstelle und auf "Mitarbeiter-Apps" werden Blickbewegungsdaten genutzt. Diese ermöglichen Facetten der Usability aufzuzeigen, die dem Nutzer selbst nicht bewusst sind oder nur schwer sprachlich widergeben werden können.

    Detektionsverfahren

    • Modellierung abstrahierter audiovisueller Erfassung von Notsituationen
      Entwicklung einer generischen Modellierungs- und Beschreibungssprache zur standardisierten Beschreibung von spezifischen Verhalten sowie Situationen, Online-Interpretation von Bildszenen und Zuständen (MDL Motion Description Language / SAM Scene Activity Modeling).
    • Adaptive Empfindlichkeitsbeeinflussung von audiovisuellen Detektionssystemen
      Verfahren zur Verbesserung der Bedienung und Verringerung der Fehlalarmraten des automatischen Gesamt-Detektionssystems für Offline-Verfahren (außerhalb des laufenden Detektionsbetriebs als Elemente der Metasprachen MDL und SAM) und Online-Verfahren (während des laufenden Detektionsbetriebs als dynamische Elemente der selbstlernenden Optimierung).
    • Methoden zur audioakustischen Detektion
      Für eine audioakustische Detektion von Gefahrensituationen werden geeignete Muster ermittelt und generisch übergeordnet beschrieben. Diese können für die Klassifizierung und Bewertung von Gefahrensituationen herangezogen werden (Übereinstimmung mit einer Ereignishypothese).
    • Selbstlernendes Detektionssystem
      Methoden für die Online-Erkennung von Audio- und Videosignalen, die sich mittels selbst- bzw. bedienergeführter Optimierung sukzessiv verbessern sowie Methoden für Offline-Verfahren, die als Elemente der Metasprache zur Szenenmodellierung und -beschreibung dienen.

    Meldeinfrastruktur

    • Plattform zur Integration mobiler Applikationen
      Eine modulare Plattform (MMS) integriert unterschiedliche mobile Systeme für InREAKT. Die MMS-Plattform bietet hinsichtlich Funktionsumfang, Kommunikation, Bedienbarkeit, Barrierefreiheit, Zielgruppenorientierung ein entsprechendes Framework. Die Neuartigkeit besteht darin, alle erforderlichen Funktionalitäten für ein effektives Ereignismanagement in ÖPNV zu vereinen, um im Ergebnis optimal aufeinander abgestimmte Teilkommunikationsprozesse zu erhalten.
    • Kommunikationsschnittstellen
      Das InREAKT-Gesamtsystem ermöglicht eine direkte Interaktion zwischen verschiedenen Nutzergruppen in Verkehrsunternehmen. Der Einsatz moderner Schnittstellen führt zu leicht integrier- und erweiterbaren Anbindungen neuer Technologien. Grundlage dafür ist u. a. eine transparente Datenstruktur, die eine Austauschbarkeit einzelner Systemkomponenten sicherstellt. 
    • Integration von medienbruchfreien Workflows und Informationsflüssen
      Es wird eine einheitliche Interaktion zwischen den einzelnen neuenTechnologien angestrebt. Dies soll durch eine medienbruchfreie Verarbeitung zur optimalen Steuerung von Workflows und Informationsflüssen erreicht werden.

    Interventionsmaßnahmen

    • Selbstlernendes Leitsystem
      In der Leitstellenapplikation werden Methoden zur Akquisition und zur Einbindung vom Erfahrungswissen der Leitstelleoperatoren integriert. Dadurch wird eine kontinuierliche Verbesserung der Handlungsstränge erreicht.
    • Systematisierte Handlungsempfehlungen
      Um Handlungsempfehlungen systematisiert in den IKT-Komponenten von InREAKT ablaufen zu lassen, müssen diese in stark systematisierter Form unter schlüssiger Berücksichtigung aller möglichen Wenn-Dann-Abfragen aufgestellt werden.
    • Wirkung von Interventionsmaßnahmen
      Durch automatisch technische und personell ferngesteuerte Maßnahmen wie Lautsprecherdurchsagen und Lichtsteuerung sind neue Möglichkeiten der Intervention möglich. Diese sind hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit, Effektivität und Implementierbarkeit zu bewerten. Im Ergebnis werden innovative Deeskalations- und Beschwichtigungsstrategien zur Verfügung stehen, mit denen negative Auswirkungen auf hilfebedürftige Menschen im ÖPNV verhindert werden können.